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Expertenstandard Schmerz

Was ist der „Expertenstandard Schmerz“ und was genau beinhaltet er?

Der Expertenstandard Schmerz steht für das professionelle Schmerzmanagement in Kliniken und pflegenden Einrichtungen. Dabei spielt die subjektive Beurteilung eine übergeordnete Rolle, denn nicht alle Schmerzen basieren auf einer medizinisch nachweisbaren und nachvollziehbaren Ursache. Im Expertenstandard Schmerzmanagement stehen Ursachenforschung und die Schmerztherapie gleichermaßen im Fokus.

Inhalte im Expertenstandard chronische Schmerzen

Schmerzen nehmen die Lebensfreude und bereiten Betroffenen Leiden, deren Linderung oberstes Gebot ist und von der Klinik oder der Pflegeeinrichtung erfolgen muss. Vor allem bei Betroffenen ohne Kommunikationsmöglichkeit erfordert die Schmerzmessung besondere Sorgfalt und Aufmerksamkeit durch den behandelnden Mediziner. Chronische Schmerzen sind für Menschen bei vollem Bewusstsein aber auch bei psychischer und körperlicher Beeinträchtigung eine stetige Qual, die nur durch eine fundierte und den Ursachen entsprechende Therapie unterbrochen werden kann. Der Expertenstandard Schmerz ist als Leitfaden zu verstehen, der die Behandlung von Schmerzpatienten vereinfacht und bestimmte, in der Wissenschaft und Forschung erprobte Muster vorgibt. Die Maßnahmen im Expertenstandard Schmerz hilft Behandlern und Pflegern bei der Einschätzung der körperlichen und seelischen Belastung Betroffener und basiert auf einheitlichen Messinstrumenten für die Diagnostik.

Expertenstandard akuter Schmerz zur präzisen Einschätzungsdiagnostik

Kann sich ein Patient aufgrund seines Alters oder seiner körperlichen Verfassung nicht mitteilen, fällt die Diagnostik besonders schwer und bedarf verschiedener Hilfsmittel. Ein ausgewogenes und humanitäres Schmerzmanagement gehört in Kliniken und pflegenden Einrichtungen zum Standard, der die Lebensqualität steigert und eine Therapie gegen den Schmerz auf die Bedürfnisse und Belastungen des Patienten abstimmt. Allem voran geht die Diagnostik, die auf einer Skala von 0 bis 10 durch Worte oder Zeichen des Betroffenen unterstützt wird. Neben nachweisbaren und medizinisch belegbaren Schmerzen richtet sich die Therapie laut Expertenstandard Schmerz aber auch und vor allem nach der Selbstbeurteilung des Patienten, die der Fremdeinschätzung vorangestellt und vordergründig bewertet wird. Die primäre Fremdenschätzung ist nur vorgesehen, wenn sich ein Patient überhaupt nicht mitteilen und somit keine eigene Beurteilung seines Empfindens abgeben kann. Für Kinder und Analphabeten werden Skalen mit Smileys oder anderen Zeichen verwendet, die ebenfalls eine Beurteilung von 0 für gar keinen bis zu 10 für unerträglichen, akuten Schmerz beinhalten.

Schmerzmessung unter Belastung und in Ruhe

Im Expertenstandard chronische Schmerzen ist vorgegeben, dass die Messung in zwei verschiedenen Zuständen erfolgen muss. Dabei beruft sich der Expertenstandard Schmerzmanagement auf den Ruhezustand und auf die Belastung, unter der gerade chronische oder akute Schmerzen verstärkt und unerträglich werden. Die dreimalige Messung inklusive einer Dokumentation des Befindens vor und nach der Schmerzmittelgabe sichern die Einschätzung ab und ermöglichen dem Pflegepersonal eine jederzeit mögliche Veränderung und Anpassung der Therapie. Das Handbuch zum Expertenstandard akuter Schmerz ermöglicht eine Einschätzung anhand einer numerischen Rangskala und dient als Grundlage einer ganzheitlichen, einheitlichen und effektiven Schmerztherapie für Schmerzpatienten mit und ohne die Möglichkeit einer kommunikativen Äußerung zur Selbstbewertung. Das Ergebnis des Expertenstandards im Schmerzmanagement beinhaltet die primäre Zielsetzung einer kontinuierlichen Linderung bis zur vollständigen Schmerzfreiheit.

Die Besonderheiten im Expertenstandard Schmerz

Unter akuten oder chronischen Schmerzen leidende Menschen verlieren den Lebensmut und die Hoffnung auf Besserung. Nicht immer lässt sich die Schmerzursache an einer Erkrankung festmachen und als Basis der Therapie nehmen, wodurch Betroffene oftmals einen langen Leidensweg in Kauf nehmen und zu außergewöhnlichen Methoden der Behandlung greifen. Hier soll der Expertenstandard Schmerz als Leitfaden dienen und Hilfestellung geben, Schmerzen objektiver zu bewerten und anhand des Ergebnisses auf der Skala eine wirkungsvolle und individuelle Therapie einzuleiten. Die Schmerzbehandlung ist ein fortlaufender Prozess und bedarf umfassender Kompetenzen, die bereits bei der Ermittlung der Intensität eine wichtige Rolle spielen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die ganzheitliche Behandlung von Schmerzpatienten größere Erfolge erzielt und sich positiv auf eine Steigerung der Lebensqualität und des Wohlbefindens auswirkt. Ein fundiertes Schmerzmanagement in Kliniken und Pflegeeinrichtungen ist dafür die Grundlage und einzig professionelle Basis.

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