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Altenpflege

Der QMB – so wichtig und dennoch ungeliebt

Sobald die typischen Begrifflichkeiten aus dem Qualitätsmanagement auftauchen, rollt es dem einen oder anderen die Fußnägel nach oben. Dabei richtet sich die Abneigung erst einmal noch nicht gegen den Qualitätsbeauftragten selbst, sondern gegen die Bilder im Kopf, welche eine enorme Mehrarbeit prophezeien. Experten der Psychologie würden sicherlich dazu raten für eine positive Verknüpfung bei den Mitarbeitern zu sorgen, weshalb der QMB es am Ende auch selbst in der Hand hat.

Qualität im Berufsalltag – Herausforderung für alle Parteien

Qualitätsansätze und Lösungsstrategien dürfen in keiner Branche fehlen, weshalb man die Expertise im Automobilwesen genauso braucht, wie in der Pflege. Allerdings nimmt man Standards und Co in der verarbeitenden Industrie eher hin und hält sie für unausweichlich, um zu einem fertigen Produkt zu gelangen. Im medizinischen Sektor, besonders der pflegerischen Abteilung, scheint das weniger selbstverständlich. Kann man bedingt nachvollziehen, weil es sich nicht um ein Produkt handelt, sondern um ein Lebewesen aus Fleisch und Blut. Wie soll man hier ein Verständnis für Qualität etablieren?

Der Stand des QMB – seine Position steht außer Frage

In der DIN EN ISO 9000 ff. wurde noch der Ausdruck „Beauftragter der Oberen Leitung“ für den QMB genutzt, wobei seine Funktion bis heute dieselbe bleibt. Uns ist allen klar, dass der Beauftragte für den Bereich Qualität eine Art Leitungsfunktion innehat und im Idealfall im Organigramm des Betriebs entsprechend gekennzeichnet ist. Das ist Grundlage der etwas vorbelasteten Position, um einen Handlungsspielraum im Umgang mit dem Team zu erhalten. Ansonsten werden interne Audits, Maßnahmenpläne und Zuteilungen zum Spießrutenlauf. Unter diesen Umständen könnte man den Job nicht lange durchhalten.

Verhaltensempfehlungen für den QMB – Tipps zum Überleben

Wie bereits erwähnt hat es der Beauftragte zum großen Teil auch selbst in der Hand, wie seine Strategien auf die Beschäftigten wirken. Es gibt in jedem Unternehmen ein unbelehrbares Schäfchen, welches seine Abneigung gegen Messinstrumente und Richtlinien deutlich macht. Es gilt dementsprechend eine positive Assoziation zu etablieren, um alle in die richtige Richtung zu lenken. Um dies zu erreichen, gibt es viele Mittel und Wege. In erster Linie sollte man zu jeder Zeit seine Vorbildfunktion einhalten und diesbezüglich nicht abweichen. Standards sind für die Arbeit im Gesundheitswesen unumgänglich und dienen als Anleitung. Schließlich soll das QM-Handbuch auch in der Praxis relevant sein. Schreiben Sie verständlich und nutzen Sie nur notwendige Fachwörter der Medizin. Achten Sie auf eine schöne Struktur für das Auge. Ansonsten schrecken Sie Leser ab. Des Weiteren sollte erst ein Standard gezielt bearbeitet werden, um Mitarbeiter nicht mit dem Thema zu überfordern. Nutzen Sie den Qualitätszirkel für Ihre Zwecke und gestalten Sie diesen besonders angenehm und weniger steif. Machen Sie Ihre Arbeit zum Event!

Fazit

Halten wir uns nicht mit dem strikten 0-Fehler-Prinzip von Garvin auf, sondern lassen wir alle Mensch sein. Fehler bleiben ein Leben lang menschlich, egal ob seitens des stets unter Druck stehenden Qualitätsbeauftragten oder der Mitarbeiter. Dennoch sollte man sie wahrnehmen und bearbeiten. Schließen wir ab mit den Worten Crosbys: „Qualität kostet nicht. Aber sie ist nicht geschenkt“.

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